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Chronik

Chronik


Freiwillige Feuerwehr der Rolandstadt Belgern
gegründet am 29. Januar 1879

 


Die ersten freiwilligen Mitglieder kamen aus dem Turnverein der Stadt welche sich unter Führung von Richard Kolbe der Freiwilligen Feuerwehr anschlossen.
Mit einfachster Ausrüstung einer derben Leinenbluse, einem Gurt mit Hacken und einem Beil sowie Lederhelm, zur heutigen Zeit kaum vorstellbar, wurde dem Feuer zu Leibe gerückt.
Die damalige Feuerwehrausrüstung war in den Gerätehäusern am Topfmarkt und am Ganser untergebracht. Aus 78 Mann bestand zur damaligen Zeit die Freiwillige Feuerwehr aufgeteilt in einen Steigerzug, einen Zug Wassermannschaft und zwei Züge Spritzenmannschaft.
Unterstützt wurden die Kameraden von 34 Mann der Schützengilde. Hinzu kamen noch 273 Personen der damaligen Pflichtfeuerwehr welche in Spritzenkompanie, Wasserschöpf- und Kettenmannschaft, Mauerbrecherabteilung sowie Gespann- und Schlauchwagenmannschaft aufgeteilt waren. So standen zur damaligen Zeit über 380 Personen zur Brandbekämpfung zur Verfügung. Eine kaum vorstellbare Größenordnung an Personen welche ja auch zu den Einsätzen eingeteilt und angewiesen werden mussten.
Die ersten großen Einsätze der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr waren der Wohnhausbrand bei Windmüller Hanisch in der Dahlener Str. und das Hinterhaus von Maurer Brauer in der Ritterstraße. 1881 richtete der Magistrat der Stadt im Rathausturm eine Donnerwache ein und der Turnerwehr wurde eine neue Saug- Druckspritze übergeben.
In den Folgejahren 1882 bis 1888 mussten viele Brände in Belgern und den Nachbardörfern gelöscht werden.
In den Jahren 1889 und 1890 gab es mehrere Großbrände und ein verheerendes Hochwasser mit katastrophalen Schäden, so richtete das Hochwasser Schäden in der Höhe von 10 Millionen Goldmark hervor und im vom Wasser eingeschlossenen Ammelgoßwitz branden die Höfe Schreiber und Mehnert bis auf die Grundmauern nieder.
1893 trafen sich die Feuerwehren der Provinz Sachsen zum 21. Verbandstag in Belgern.
In den weiteren Jahren brannten immer wieder Wohnhäuser, Gehöfte und Scheunen nieder. 1896 zählte die Feuerwehr 80 Mitglieder und zur Ausrüstung gehörten eine große und eine kleine Abprotzspritze, ein Schlauch- und Wasserwagen, eine 10 Meter mechanische Fahrleiter, ein Rettungsschlauch sowie zwei Rauchmasken.
Weiterhin gehörten noch 161 Mann der Pflichtfeuerwehr zur städtischen Feuerwehr mit einer Zubringerspritze, zwei Druckspritzen, mehrere Sturmfässer und 200 Meter Schlauchmaterial zur Ausrüstung.
1904 feierte die Feuerwehr ihr 25- jähriges Gründungsjubiläum mit einem Festumzug durch die Stadt und einer großen Übung auf dem Markt. 1906 beschloss der Magistrat den Bau eines neuen Gerätehauses welches 1908 übergeben wurde. Der damalige Standort hat sich seitdem nicht verändert, noch heute befindet sich unser Gerätehaus an dieser Stelle.
1913 gehörte unsere Feuerwehr sowie die Wehren aus Annaburg, Dommitzsch und Zeckritz zu den Gründungswehren für den Kreisfeuerwehrverband.
Der erste Weltkrieg forderte auch bei unserer Wehr seinen Tribut. Die Kameraden der Wehr wurden eingezogen und die Gerätschaften konnten im Brandfall nicht vollständig besetzt werden. Jede Feierlichkeiten wurden verboten und zum ziehen der Feuerwehrspritzen waren nur noch alte Pferde vorhanden. Zuletzt ruhte der Feuerwehrbetrieb gänzlich und die Brandbekämpfung war wieder zur Sache aller geworden.
1929 zum 50- jährigen Bestehens unserer Feuerwehr fand der 9. Kreisfeuerwehrverbandstag in Belgern statt. Viele Feuerwehren wurden mit Musik am Bahnhof empfangen und zum Trompeterschlößchen geleitet wo die Quartierverteilung erfolgte. Das Fest klang mit einem Festumzug und Übungen der Feuerwehr aus.
Der Winter 1928/29 mit Temperaturen um -11°C über mehrere Wochen hatte zu folge das die Wasserleitungen in der Stadt einfroren und eine Löschwasserentnahme erheblich erschwerte bzw. unmöglich machte. Die Löschgeräte wurden auf Schlitten verlastet und die wenigen gängigen Wasserentnahmestellen mit einem zum Auftaugerät umfunktionierten Kanonenofen offen gehalten.
1933 übernahmen die neuen Machthaber die ideologische Einflussnahme auf die Feuerwehr. Der Feuerwehr wurde ihre Eigenständigkeit entzogen und wurde eine Einheitsfeuerwehr. 1934 musste unsere Wehr ihre Zubringerspritze und 200 Meter Schlauch an das Arbeitsdienstlager abgeben was die Einsatzbereitschaft negativ beeinflusste.
Im August 1936 erhielten die Kameraden ihre erste Motorspritze und die alte Handdruckspritze konnte ausgesondert werden. Im Jahr 1937 wurde ein gebrauchtes Auto für die Feuerwehr erworben und konnte nach dem Umbau ein Jahr später als Zugfahrzeug für die Motorspritze eingesetzt werden. In den Folgejahren bestimmte der zweite Weltkrieg das Leben der Feuerwehr, die aktiven Männer waren alle an der Front so dass die Mitglieder der Altersabteilung zusammen mit den Kindern und Jugendlichen den Brandschutz absichern mussten.
Nach dem Kriegsende galt es die Feuerwehr wieder zu leben was sich sehr schwierig gestaltete. Viele Kameraden hatten den Krieg nicht überlebt, waren Verwundet, in Gefangenschaft und die Französische Besatzungsmacht hatte auch noch das einzige Zugfahrzeug der Wehr beschlagnahmt.
Nur langsam gelang es eine funktionstüchtige Feuerweher aufzustellen da es an allen wichtigen Dingen wie Kraftstoff und Ersatzteilen mangelte. In den Jahren 1948/49 mussten in Ammelgoßwitz zahlreiche Brände gelöscht werden, viele kostbare Güter verbranden was in der damaligen Zeit erhebliche Verluste waren. Auch das Feuerwehrhaus blieb nicht verschont, so wurde versucht es in Brand zu stecken und man hatte alle Schläuche zerschnitten.
1953 erhielt unser Wehr ihr erstes eigenes Löschfahrzeug 800 mit einer Leistungsstarken Pumpe mit ausreichend Schlauchmaterial sowie Platz für 9 Kameraden. Im Jahre 1957 fand in Dommitzsch der Kreisausscheid statt und die Kameraden Schmidt und Schlicke wurden in ihren Disziplinen Kreismeister. 1961 wurde in der Oberschule die AG Junge Brandschutzhelfer gegründet. Unter der Führung von Hans- Werner Kotthoff erlernten die Kinder und Jugendlichen ihr Rüstzeug für die Feuerwehr und so manche Kreismeisterschaft wurde gewonnen. 1967 gab es zwei außergewöhnliche Einsätze, im Januar war das Motorboot Roland auf der Elbe verschollen und im August sank die Fähre.
In den Folgejahren wurde das Gerätehaus in der Bahnhofstraße in Eigenregie um und ausgebaut und die jetzige „Alte Halle“ und die „Einflugschneise“ entstanden.
Das 100- jährige Jubiläum unserer Wehr wurde 1979 zusammen mit dem Pfingstfest riesig gefeiert. Das Einsatzgeschehen in den Jahren der 50-, 60-,70- und 80-izger Jahren waren viele Waldbrände auf dem Schießplatz in Puschwitz sowie Brände in der Landwirtschaft und diverse Wohnungsbrände und überörtliche Löschhilfen.
1989 begann auch für unsere Wehr eine neue Zeitrechnung. Über Nacht wurde alles anders und wir stellten uns der neuen Situation.                     Mit vereinten Kräften meisterten wir so manche neue Bürokratische Hürde.
1992 gründeten wir unseren Feuerwehrverein welcher uns in der Entwicklung unserer Wehr bestens unterstützt.
Es wurden Feuerwehrpartnerschaften mit den Feuerwehren Gersprenz und Melle gegründet. Unsere Ausrüstung wurde nun in den folgenden Jahren kontinuierlich verbessert.
Wir bekamen ein LF 16 TS, neue Schutzbekleidung, ein Hydraulisches Rettungsgerät, ein Gerätehausanbau mit Sanitärbereich und Schulungsraum und zum 120- jährigen Jubiläum ein neues TLF 16/25. Das Einsatzgeschehen in den 90- ziger Jahren änderte sich erheblich. Die Technische Hilfeleistung nahm erheblich zu und die Waldbrände nahmen nach Schließung des Schießplatzes ab.
In den folgenden Jahren bis heute war und ist auch eine schwierige Zeit unsere Mitgliederzahlen zu halten bzw. zu verbessern. Es dauerte lange bis die Wegzüge nach der Wende und die geburtenschwachen Jahrgänge kompensiert werden konnten.
Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir eine recht gut aufgestellte und schlagkräftige Wehr mit einer starken Jugendfeuerwehr und einer Kinderfeuerwehr. Die jetzige Situation lässt aber kein zurücklehnen zu. Es gilt weiterhin die jetzige Personalstärke und Technik langfristig zu verbessern. Mit dem geplanten Gerätehaus Neubau wächst die Hoffnung neue Mitglieder für unsere Wehr sowie für die Kinder- und Jugendfeuerwehr begeistern zu können.


Für weitere Informationen und Rückfragen zur vollständigen Chronik unserer Feuerwehr stehen wir Ihnen gern zur Verfügung                                ( ).